Pflegeberuf gestern und heute

Pflegeberuf gestern und heute
Erstellt am 24. Januar 2026
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Pflegeberuf gestern und heute: Menschen Lebensqualität schenken

Seit zehn Jahren arbeitet Sandra Leßmeister-Barth im DSK Seniorenzentrum Eisenberg – heute als Praxisanleiterin und erfahrene Altenpflegefachkraft. Sie hat die Entwicklung der Pflege aus nächster Nähe miterlebt, kennt die schönen, aber auch die fordernden Seiten des Pflegeberufs und weiß, was junge Menschen erwartet, die sich für diesen Weg entscheiden. Im Interview spricht sie darüber, wie alles begann, was sich verändert hat und warum sie ihren Beruf noch immer liebt.

Was macht eine Pflegefachkraft? | Pflegeberuf | DSK Eisenberg

Was hat Dich vor zehn Jahren motiviert, in die Pflege einzusteigen?

Ursprünglich hatte ich eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin begonnen, aber das war mir zu trocken. Mit 16 Jahren habe ich dann ein Praktikum in einem Seniorenheim gemacht – und das hat mir so gut gefallen, dass ich sofort im Anschluss die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen habe. Es war eine interessante und echt gute Zeit.

Ehrlich gesagt war die Ausbildung früher etwas leichter als heute. Durch die generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft hat sich vieles verändert und ist anspruchsvoller geworden. Es gibt mehr Theorie, mehr Praxisblöcke und die Anforderungen sind gestiegen.

Was sind für Dich die schönsten Seiten am Pflegeberuf?

Die Dankbarkeit, die man von unseren Bewohnern bekommt, ist unbezahlbar. Wir lernen die Menschen sehr intensiv kennen, weil sie lange bei uns leben. Mit der Zeit kennt man jede einzelne Person, ihre Bedürfnisse und ihre Eigenheiten. Das schafft eine enge Bindung und das ist einfach schön.

„Wenn man es wirklich will und mit Herz dabei ist, ist es einfach ein toller Beruf.“

Sandra Leßmeister-Barth

Pflege ist ja auch ein sehr fordernder Beruf. Was sind die größten Herausforderungen?

Schwierig ist es vor allem dann, wenn es einem selbst mal nicht so gut geht – körperlich oder psychisch. Trotzdem muss man für die Bewohner und Kollegen Ruhe und Freundlichkeit bewahren. Das ist nicht immer leicht, aber es gehört zum Beruf dazu.

Du bist seit zehn Jahren beim DSK. Was macht das Unternehmen aus?

Ich habe drei Kinder und habe damals in verschiedenen Einrichtungen auf Minijob-Basis gearbeitet. Ich hatte auch mal eine Stelle als Dauernachtwache. Das war aber nichts für mich. Schließlich habe ich mich beim DSK beworben und es hat von Anfang an einfach gepasst. Das Seniorenzentrum in Eisenberg ist ein familiäres, kleineres Haus mit tollen Kollegen. Ich erlebe den DSK als offen für Ideen und Weiterentwicklung. So habe ich persönlich beispielsweise bereits viele Weiterbildungen gemacht – Praxisanleitung, Pflegedienstleitung, Wohnbereichsleitung, Heimleitung. Vielleicht würde mich noch eine Palliativ-Care-Weiterbildung oder die Qualifikation zur Pflegeberaterin reizen.

Dreamteam: In unserer kleinen Serie „Was macht eine Pflegefachkraft?“ sprechen unsere drei Kolleginnen und Kollegen Stella Claus, Sandra Leßmeister-Barth und Dennis Kempe über die Herausforderungen des Alltags, ihren Werdegang nach der Pflegeausbildung und ihre schönsten Momente mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im DSK Seniorenzentrum Eisenberg.

Hier geht’s zum Video auf YouTube.

Hier geht’s zum Interview mit Dennis.

Hier geht’s zum Interview mit Sandra.

Was macht eine Pflegefachkraft? | Pflegeberuf | DSK Eisenberg

Seit über 35 Jahren arbeitest Du bereits in der Pflege. Was hat sich in dieser Zeit verändert??

Mein Eindruck ist, dass die Bewohner heute häufiger in einem schlechteren Allgemeinzustand zu uns kommen, weil sie länger zu Hause gepflegt werden. Der Pflegeaufwand steigt, viele sind beispielsweise dement. Das heißt, wir brauchen mehr Zeit und Personal. Deshalb ist es auch so wichtig, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

Worauf sollten sich junge Menschen einstellen, die sich noch unsicher sind, ob der Pflegeberuf etwas für sie ist?

Ich liebe diesen Beruf. Denn trotz der gestiegenen Belastung empfinde ich es als erfüllend, Menschen zu helfen, sie zu begleiten und ihnen ein Stück Lebensqualität zu geben.

Ja, die Arbeit ist körperlich und emotional fordernd. Man darf keine Berührungsängste haben und sollte auch bereit sein, mal an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Aber wenn man es wirklich will und mit Herz dabei ist, ist es einfach ein toller Beruf.

„Pflege ist viel mehr als Grundversorgung. Wir übernehmen Verantwortung, koordinieren, dokumentieren, beobachten, begleiten – das ist eine anspruchsvolle und vielseitige Aufgabe.“

Sandra Leßmeister-Barth

Mit welchem Klischee über den Pflegeberuf würdest Du gerne aufräumen?

Das Klischee, wir würden nur Hintern abwischen, das ist falsch. Pflege ist viel mehr als Grundversorgung. Wir übernehmen Verantwortung, koordinieren, dokumentieren, beobachten, begleiten – das ist eine anspruchsvolle und vielseitige Aufgabe.

Pflegefachkräften stehen alle Türen offen. Die Ausbildung ist nur der Anfang. Es gibt so viele Möglichkeiten: Studium, Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung, Heimleitung oder Praxisanleitung. Wer merkt, dass die körperliche Arbeit auf Dauer zu anstrengend wird, kann sich in andere Bereiche entwickeln. Das ist wichtig, damit uns erfahrene Pflegekräfte erhalten bleiben.

Was ist Deine schönste Erinnerung aus den zehn Jahren beim DSK?

Ich erinnere mich gerne an die Silvesterdienste. Viele Jahre habe ich im Spätdienst gearbeitet, oft gemeinsam mit derselben Kollegin. Wir haben für die Bewohner immer ein kleines Feuerwerk veranstaltet, dazu gab es Essen und Getränke. Das war jedes Jahr ein Highlight. Solche Momente bleiben einfach im Herzen.

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