Mutiger Schritt: Junge Menschen aus Indien starten in der Pflege in Ludwigshafen durch
Unterstützt von der Lebenshilfe Ludwigshafen wagten vier junge Talente aus Indien den großen Schritt nach Deutschland, um hier ihre Ausbildungen als internationale Pflegefachkräfte abzuschließen. Das Team des DSK Seniorenzentrums Ludwigshafen hat sie auf ihrem Weg begleitet – mit einer intensiven, alltagsnahen Pflegeausbildung und enger Betreuung.
Wir gratulieren Euch ganz herzlich zur bestandenen Kenntnisprüfung: Anushka Vinod Kamble, Chetan Kalyanashetti, Mounesh Neelagunda und Shashikantha Adiyavaha!
Wer aus einem anderen Land kommt, um in der Pflege zu arbeiten, steht vor vielen Fragen: Wie gelingt der Einstieg in ein neues Gesundheitssystem? Was braucht es, um die eigene Ausbildung anerkennen zu lassen? Und wer unterstützt auf diesem Weg? Anushka, Chetan, Mounesh und Shashikantha haben sich diesen Herausforderungen gestellt und in Ludwigshafen ihre Kenntnisprüfung bestanden. Damit sind sie fachlich anerkannte Gesundheits- und Krankenpfleger – ein großer Schritt für ihre berufliche Zukunft in Deutschland. Möglich wurde das durch die enge Begleitung der Lebenshilfe Ludwigshafen gemeinsam mit dem DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen als Praxispartner.

Veränderungen und persönliche Entwicklung
Der Neustart bedeutete nicht nur einen Arbeitsplatzwechsel, sondern das Ankommen in einer neuen Kultur, das Zurechtfinden in unbekannten Strukturen und das tägliche Wachsen an sprachlichen und fachlichen Anforderungen. Schon vor ihrer Einreise aus Indien wurden die vier von der Lebenshilfe Ludwigshafen begleitet und lernten per Onlinevideo-Treffen Einrichtungen, Team und Arbeitsweise der Lebenshilfe kennen. Vertrauen entstand also schon, bevor sie in Deutschland ankamen. Nach der Ankunft ging die Unterstützung weiter: bei der Organisation des Alltags, bei Wohnraum und beim Ankommen im neuen Umfeld.
Praxis beim DSK: Bedeutender Schritt zur Anerkennung
Ein wichtiger Teil auf dem Weg zur Anerkennung für internationale Pflegefachkräfte ist die sogenannte Kenntnisprüfung. Die praktische Vorbereitung darauf fand im DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen statt, das als Praxispartner eng mit der Lebenshilfe zusammenarbeitet. Dort konnten die vier nicht nur ihr Wissen vertiefen, sondern vor allem Einblicke in den Pflegealltag in Deutschland gewinnen. Die intensive Praxisphase war geprägt von engem Austausch, klaren Strukturen und individueller Begleitung. Gerade am Anfang war vieles neu: Abläufe, Dokumentation und einzelne pflegerische Aufgaben unterschieden sich von dem, was sie aus ihrer bisherigen Ausbildung kannten.
Lernen im Team – Schritt für Schritt
In der viermonatigen Praxisphase beim DSK ging es um fachliche Kompetenzen, um Verantwortung, Struktur und den Umgang mit Bewohnerinnen und Bewohnern. „Sie beherrschen Grundpflege sowie Prophylaxen und können sicher Medikamente verabreichen“, zählt Esra Altin, stellvertretende Pflegedienstleiterin, einige der Aufgaben auf. Die Anforderungen waren bewusst hoch angesetzt, doch das brachte den Lernprozess voran. „Am Anfang hatte ich den Eindruck, Frau Altin und Herr Rellé sind streng. Aber im Nachhinein war das hilfreich“, sagt Anushka. Und mit der Zeit kam auch die Sicherheit. „Wir hatten Patienten mit Epilepsie oder Diabetes mellitus. Aber wir haben viel Unterstützung bekommen.“ Chetan ergänzt: „Wir wurden Schritt für Schritt begleitet. Ohne diese Hilfe wäre es schwierig gewesen.“ Und auch persönlich war es eine prägende Zeit: „Ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen. Auch Pünktlichkeit hat in Deutschland einen höheren Stellenwert als in Indien“, sagt Mounesh. „Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohner stehen im Mittelpunkt“, bringt es Shashikantha auf den Punkt und spricht damit für alle.
Neue Perspektiven für alle Beteiligten
Gute Pflegeausbildung ist kein einseitiger Prozess und bedeutet nicht, einfach nur Wissen weiterzugeben, sondern auch voneinander zu lernen. Das galt auch für die Praxisphase der internationalen Pflegefachkräfte beim DSK. Durch den Austausch auf Augenhöhe konnte das DSK-Team einige neue Perspektiven gewinnen. „Wir haben viel über die Pflege in Indien gelernt. Dort ist vieles anders“, sagt Esra Altin. „Die vier sind ja zum Beispiel eher zurückhaltend – gerade am Anfang war das so – und dabei immer sehr respektvoll.“ Ihr wertschätzender Umgang mit Menschen und ihre Gelassenheit ist auch Eric Rellé aufgefallen: „Davon kann man selbst noch lernen.“
„Die vier haben in kurzer Zeit enorme Fortschritte gemacht. Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement und welcher Lernbereitschaft sie sich den Anforderungen gestellt haben. Die Anerkennung haben sie sich wirklich verdient.“
Eric Rellé, Pflegedienstleiter, DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen
Mit dem Bestehen der Kenntnisprüfung haben Anushka, Chetan, Mounesh und Shashikantha einen entscheidenden Schritt geschafft, um in Deutschland und Ludwigshafen nicht nur anzukommen, sondern auch zu bleiben und als internationale Pflegefachkräfte durchzustarten. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig gute Begleitung, Empathie und Fürsorge sind – von Anfang an.
Auf ihrem weiteren Weg wünschen wir ihnen alles Gute und viel Erfolg!